Am Sonntag wird unsere Jasmin 10 Jahre alt, d.h. die nächste Taschengelderhöhung wird fällig. Doch wie viel Taschengeld ist angemessen? Und ab wann ist Taschengeld sinnvoll?
Wir machen das folgendermaßen:
Taschengeld gab es seit dem letzten Kindergartenjahr: 0,50 Euro die Woche.
6 Jahre: 1 Euro pro Woche
7 Jahre: 1,50 Euro pro Woche
8 – 9 Jahre: 2 Euro pro Woche
Ab 10 Jahren gab bzw. gibt es bei uns 10 Euro monatlich,
ab 11 Jahren: 12 Euro pro Monat
12 – 13 Jahre: 15 Euro pro Monat,
14 – 15 Jahre: 20 Euro pro Monat,
16 Jahre: 30 Euro pro Monat,
17 Jahre: 40 Euro pro Monat.
Wir haben immer ein gesundes Mittelmaß gehabt, denn das Taschengeld sollte nie zu niedrig, aber auch nicht zu hoch ausfallen. Schließlich müssen die Kinder einfach lernen, Prioritäten zu setzen, d.h. “wenn ich mir das kaufe, muss ich eben auf etwas anderes, das ich gerne hätte, verzichten”.
by Tine























Liebe Tine,
eine interessante Diskussion zum Thema gab es vor kürzem bei Sevenjobs (hier der Link zum Suchbegriff “Taschengeld”).
Wichtig in diesem Zusammenhang ist für mich: wofür hat das Kind Geld und was ist mir wichtig, dass es dabei lernt. Das beinhaltet schon ‘ne Menge Gehirnarbeit von mir: wie vergewissere ich mich, dass das Kind die Gelegenheit bekommt, das und das zu lernen. Das bezieht auch zukunftiges Leben mit hinein.
Konkret, wenn ich Sie wäre, würde ich mich fragen: Wenn meine Tochter mit 17 Jahren 40€ im Monat bekommt, was möchte, dass sie mit diesen Geld anfängt? (Also, nur für persönlichen Spaß? Oder soll sie langsam ihren Schulartikeln davon selber erstreiten? Oder, oder, oder?) Für mich stehen Themen wie “langzeitsparen”, “Lebensunterhalt erstreiten” & Co. schon als Idee in der Taschengelderziehung beim 6-7-8 Jährigen drin.
Ich freue mich, wenn Sie uns etwas teilhaben lassen, über diese tieferen Themen: Wie gehen Sie da vor?
Meine 17jährige Tochter kann über ihr Taschengeld im großen und ganzen frei verfügen; sie muss lediglich Schulmaterial kaufen und Ausflüge von der Schule aus (z.B. Museumbesuche) selber bezahlen. (Am Anfang des Schuljahres wird die Grundausstattung des Schulmaterials selbstverständlich von uns übernommen). Sollte in Ausnahmefällen ihre Handyrechnung höher ausfallen als der vereinbarte Betrag (was sehr selten vorkommt), muss sie den Differenzbetrag selber bezahlen.
Sie hat über die Jahre den Umgang mit Geld sehr gut gelernt und gibt nicht für jede Kleinigkeit (die sie sieht und gerne hätte) ihr Geld aus.
Einen Teil ihres monatlichen Taschengeldes spart sie sogar und das freiwillig. Allerdings ist das nicht jeden Monat möglich, da die Ausgaben für die Schule mal höher und mal niedriger sind.
Meine Tochter hat viermal die Woche Nachmittagsunterricht, braucht sich aber kein Mittagessen oder dergleichen kaufen. Wir wohnen so nahe an der Schule, dass sie jederzeit die Möglichkeit hat, nach Hause zu kommen und da zu essen. Sollte sie ihre Mittagspause mal mit ihren Freunden verbringen, bezahlt sie das Essen dann allerdings selber.
Ich denke, Taschengeld ist für jedes Kind wichtig, denn nur so haben sie die Möglichkeit, den Umgang mit dem Geld zu lernen. Bei uns hat das auf jeden Fall wunderbar funktioniert.
Ach ja, Geld für Hilfe im Haushalt (z.B. irgendetwas aufräumen, beim Kochen helfen usw). gibt es bei uns nicht. Bei uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass unsere Mädels mal beim Kochen, Backen, Aufräumen und dergleichen helfen. Das hält sich alles in Grenzen und die Hauptaufgaben des Haushaltes liegen natürlich bei uns Eltern, aber was spricht dagegen, dass die Kinder am Wochenende mal den Tisch abräumen oder ähnliches? Unsere Mädels machen das ohne zu meckern oder dass man sie dreimal bitten muss. Samstags putzen bzw. räumen sie immer nach dem Frühstück ihre Zimmer auf und man muss sie nicht mehr darum bitten, das gehört bereits fest zum Wochenablauf dazu.
Dafür Geld zu bekommen!?!? Nein, das gibt es bei uns definitiv nicht.
Bekommt denn eine Hausfrau/-mann Geld bzw. Lohn für ihre/seine Arbeit? Nein! Warum sollten dann meine Mädels etwas für solche Aufgaben bekommen?
Hm.
Wir haben lange überlegt wie wir das alles handhaben wollen. Zunächst haben wir unsere Zielen aufgeschrieben (was sollen sie alles verstehen, umsetzen können bis sie ausziehen: finanziell, hausmännisch/hausfrauisch usw.).
Dann haben wir die Lebensrealität der Kinder angeschaut: Schule und freie Zeit. Aber keine Möglichkeit, Geld zu verdienen (als Kind habe ich Zeitungen ausgetragen, was nicht selten in Kanada ist, mein Mann hat Kerzen gezogen und dabei in den Ferien etwas verdient, so eine finanzielle Quelle, was unmittelbar mit “Arbeit” zuzammenhängt). Und dies stellte sich als problematisch (in unseren Augen), wenn es darum ging, gewisse Eigenschaften/Fertigkeiten zu lernen.
Denn in der Schule bekommt man Noten, nich Geld, und eigentlich wird nicht zwingend der Arbeitseinsatz mit einer Note quittiert, sondern das Können (was nicht zwingend schlecht an sich ist) und somit kann ein fauler Schüler gut abschneiden oder umgekehrt ein fleißiger Schüler dennoch schlecht abschneiden.
Um zu lernen, dass man auch gut bezahlt wird für gute Arbeit haben wir den Weg der bezahlten Hilfe im Haushalt gewählt (und ja, wir haben die gleiche Sorge, dass nämlich eine solche Vereinbarung das selbstständige und freiwillige Hilfe im Haushalt völlig wegbricht. Dennoch zeigt der Praxis bei uns in der Großfamilie, dass es trotz zugewiesene “Arbeiten” dennoch ‘ne Menge Platz für selbstlose Hilfe sowie “stink normale” aufgabe, die jeder Erfüllen muss, ohne einen finanziellen Belohnung zu erwarten (wie etwa das Ordentlichhalten des eigenen Zimmers).
Was Sie mir im Vorraus haben, ist wahrlich eine 17 Jährige Tochter und die 5 Jahren Erfahrung, die noch auf mich zukommen!
Danke für Ihre ausführliche Antwort,
Andrea
Halli hallo,
ich denke es ist Zeit dass sich ein “Betroffener” in diese Diskussion einschaltet ^^
Naja ok ich bin nicht mehr GANZ betroffen, war es aber mal. Zum Thema:
Ich bin jetzt 19 Jahre und gereade mit der Ausbildung angefangen. Mit 18 Jahren habe ich karge 17.50€ bekommen. Meine Eltern arbeiten ganz normal also “am Geld” lag es wohl nie. Ich war immer sehr entsetzt wenn mir Freunde von Ihren Taschengeldsummen erzählten. Aber dann hab ich mal “nachgerechnet”:
Ich bekam zwar sehr wenig Taschengeld, aber mir wurde alles bezahlt. Klamotten solange es keine überteuren Markenklamotten waren (mag ich eh nicht so), Schulsachen aller Art, Ausflüge, Süßigkeiten und und und. Außerdem habe ich eine große Verwandschaft, sodass es bei Geburtstagen, Weihnachten und auch zu Zeugnissen immer ausreichend Bares gab ^^.
Ich musste mir eigentlich immer recht wenig selber kaufen. Mal ein Computerspiel, Saiten für Gitarre hab ich meistens selber bezahlt oder bekam auch ab und zu mal was mitgebracht.
Fazit: Diese Art des Taschengeldes lehrt die Kinder meiner Meinung nach gar nichts. Ich hab mich immer darauf verlassen dass Mum oder Dad die Kohle dabeihatten.
ABER: Wenn die Kinder mehr eigenes Geld bekommen und sich das selber einteilen müssen, dann ist es glaub ich wichtig dass die Eltern ab und zu ein Auge darauf haben was die Kinder sich da alles zulegen und ganz wichtig, dass sie ein bisschen zur Seite legen.
Ich hatte dieses Problem nicht da bei meiner Geburt (oder Taufe, was weiß ich) ein Sparbuch angelegt wurde auf das alle Verwandten etwas einzahlten und von dem ich nun Führerschein bezahlt habe und früher auch mal eine etwas größere Anschaffung finanzierte.
Das ist eine sehr einfache Methode. Man kann es natürlich auch so halten dass das Kind, wenn es dann mal den Lappen macht, sich einen Job suchen muss um ihn zu finanzieren.
Und nun?: Ich verdiene jetzt genug. Mein Bruder (16) bekommt nun zusätzlich mein Taschengeld und ist nun bei ca. 30€. Er war aber immer mehr der Sparer und deshalb hat er nicht dieses “Mum und Dad zahlen” Syndrom weshalb die Summe wohl ok ist.
80€ darf ich Mum geben weil ich noch zu Haue wohne (kennt man ja) aber ich bekomme nun tatsächlich sehr viel weniger bezahlt. Ich weiß wieviel Geld ich zur verfügung habe und was ich alles dafür tun muss. Trotzdem gehe ich noch etwas verschwenderisch damit um.
Vielleicht die Auswirklung der früheren Gelderziehung (es war ja immer was da) und ich habe oft den Spruch im Kopf “Ich hab ja das Geld”. Möglicherweiße lerne ich aber noch von selber vernünftig mit meinem hart verdienten Geld umzugehen.
Bestimmt spätestens wenn ich ne eigene Wohnung hab und tatsächlich jeden Cent 2Mal umdrehen muss.
Das war meine Story. Hoffe sie hat dir irgendwie geholfen
Mfg
Linus
PS: Wir haben auch nie Geld für Hausarbeit bekommen. Oft wurde der Versuch gestarten uns mit solchen Angeboten zur Arbeit zu bewegen aber das hat fast nie gezogen. Liegt aber daran dass wir faul sind ^^
Diese Idee, Geld für normale Arbeiten zu geben finde ich aber auch doof. Das muss selbstverständlich sein das man ein Bisschen mithilft.
Einen huebschen Webblog hast du hier, warum kannte ich den denn noch nicht. Naja jetzt habe ich Ihn gespeichert und werde in der naechsten Zeit oefters vorbei schauen. Bin auf jeden Fall schon auf deine neuen Artikel gespannt.
hey, nice blog…really like it and added to bookmarks. keep up with good work